Heute probiere ich zum Start einen 21 Jahre alten Glen Keith aus 1991 vom Abfüller Adelphi.
Glen Keith 1991 AD
Einleitung
Dieser Single Malt Scotch Whisky stammt aus der Glen Keith Destillerie in der Speyside und wurde vom unabhängigen Abfüller Adelphi auf die Flasche gebracht. Destilliert im Jahr 1991 und nach 21 Jahren Reifung in einem Refill Ex-Bourbon Cask im Jahr 2013 abgefüllt, kommt er mit kräftigen 53,0 % vol. ins Glas. Die Farbe zeigt sich in einem hellen Gelbgold. Diese Restflasche fand als Geschenk ihren Weg zu mir und wird standesgemäß am Whisky Tasting Donnerstag geöffnet.
Geruch – 88 Punkte
Die Nase eröffnet mit einer einladenden malzigen Süße, die sich sofort mit warmem Honig verbindet. Dahinter entfalten sich tropische Früchte – eine reife, saftige Ananas, begleitet von einem Hauch Banane. Auch ein reifer Apfel gesellt sich dazu und bringt eine angenehme Frische mit. Zarte Kokosaromen verleihen dem Ganzen eine würzige Tiefe, während ein feiner Citrusduft, der irgendwo zwischen Zitrone und Orange schwebt, das Bild abrundet.
Geschmack – 87 Punkte
Am Gaumen meldet sich zuerst die Honigsüße, gefolgt von Malz und einer leichten holzigen Bitterkeit. Die Kokosnuss kommt erneut zum Vorschein. Der Alkohol ist bei 53 % spürbar und hinterlässt ein leichtes Prickeln auf der Zunge, bleibt dabei aber stets im Rahmen. Im weiteren Verlauf übernimmt die holzige Würze das Ruder, begleitet von Malz, während Ananas und Orange sich im Hintergrund noch entdecken lassen. Das Mundgefühl ist angenehm cremig. Im Vergleich zur vielversprechenden Nase fällt der Geschmack allerdings einen Tick ab.
Abgang – 88 Punkte
Der Abgang ist lang. Die holzige Würze und das cremige Mundgefühl verweilen auf der Zunge, zusammen mit einem feinen Anklang von Orange. Der Alkohol betäubt die Zunge inzwischen etwas. Dennoch versöhnt der Abgang und holt auf, was der Geschmack nicht ganz einlösen konnte.
Gesamteindruck – 88 Punkte
Ich finde, das ist eine wirklich schöne Abfüllung von Adelphi. Der Fasseinfluss ist präsent, ohne dabei erschlagend zu wirken – genau die richtige Balance. Die 21 Jahre im Bourbon Cask sind absolut ausreichend, stehen aber fast schon an der Grenze zu zu viel. Eine Flasche, die mit einer eindrucksvollen Nase überzeugt und über den langen Abgang wieder zu sich findet. Solider Genuss bei 88 Punkten.