Glenfarclas 2008 - The Family Casks

Glenfarclas 2008 - The Family Casks

Heute probiere ich einen Glenfarclas aus der Family Casks Serie. Den aus dem Sommer 2020, destilliert im Jahre 2008.

Glenfarclas 2008 - The Family Casks

Einleitung

Der Glenfarclas 2008 aus der Reihe The Family Casks ist ein zwölfjähriger Scotch Single Malt aus der Speyside, abgefüllt vom Originalabfüller mit kräftigen 56,8 % Vol. und gereift in einem 1st Fill Sherry Hogshead. Die Serie steht für individuell ausgewählte Einzelfässer mit eigenständigem Charakter, wobei sich innerhalb der Reihe durchaus qualitative Unterschiede zeigen können. In diesem Fall erfolgt die Verkostung vor dem Hintergrund einer möglichen langfristigen Anschaffung mit persönlichem Bezug zum Jahrgang 2008. Optisch zeigt sich der Whisky in einem tiefen, an Pariser Rot erinnernden Farbton.

Geruch – 90 Punkte

Die Nase eröffnet mit einer feinen, fruchtgetragenen Säure, die sich eng an dunkle Fruchtnoten bindet, allen voran reife und gebackene Pflaumen, die sich wiederholt in den Vordergrund schieben. Dezente Röstaromen setzen einen zurückhaltenden Kontrast, während ein Hauch von Möbelpolitur für eine leicht kantige Nuance sorgt. Der Alkohol ist spürbar und zeigt sich mit einem leichten Stich, bleibt jedoch kontrolliert. Insgesamt präsentiert sich das Aromabild klar fruchtbetont und bewusst frei von den oft erwarteten schweren, süßeren Sherrynoten.

Geschmack – 91 Punkte

Am Gaumen entfaltet sich der Whisky voluminös und mit cremiger Textur. Die prägende Fruchtigkeit setzt sich fort und wird von einer dezenten Holznote begleitet, die dem Profil Struktur und Balance verleiht. Eine leichte Nussigkeit ergänzt das Bild, während die bereits bekannte Note von Möbelpolitur erneut durchscheint. Der Alkohol bleibt präsent, ohne sich in den Vordergrund zu drängen, und unterstützt die kräftige Intensität des Gesamteindrucks, der klar und fokussiert wirkt.

Abgang – 91 Punkte

Der Abgang ist lang und wird von der anhaltenden fruchtigen Säure getragen. Im weiteren Verlauf entwickelt sich eine leichte Trockenheit, die sanft in würzige und holzbetonte Noten übergeht. Dabei bleibt das Profil stets kontrolliert und frei von Bitterkeit, was den Nachklang angenehm und stimmig ausklingen lässt.

Gesamteindruck – 91 Punkte

Ich erlebe diesen Glenfarclas als eigenständig innerhalb seines Profils, mit einer klaren, durchgehenden Fruchtachse, die von einer feinen Säure strukturiert wird. Die Abwesenheit klassischer schwerer Sherrynoten verleiht ihm eine gewisse Klarheit, während Holz, Würze und Textur für Balance sorgen. In der Gesamtschau wirkt er kraftvoll, präzise und bewusst anders akzentuiert, was ihn gerade im Kontext einer persönlichen Jahrgangsentscheidung besonders interessant macht.