Heute ist Türchen 21 des Singlemalt Adventskalenders fällig.
Singlemalt Adventskalender – Türchen 21
Einleitung
Türchen 21 zeigt sich im Glas in einem Terracotta-Farbton, der zunächst eine gewisse Schwere und Würze erwarten lässt. Sensorisch stellt sich jedoch schnell heraus, dass Farbe und Aromatik nicht deckungsgleich sind. Der Whisky wirkt insgesamt kontrolliert, technisch und eher kühl als üppig.
Geruch – 86 Punkte
Die Nase ist zunächst verhalten. Eine sehr dezente Rauchnote schwingt im Hintergrund mit, ohne klar fassbar zu werden. Dominant sind mineralische bis metallische Eindrücke, begleitet von leicht stechendem Alkohol. Ein Fruchtkompott deutet sich an, bleibt aber unscharf.
Mit etwas Zeit und nach Zugabe weniger Tropfen Wasser tritt eine zarte Maggi-ähnliche Würze hervor, ohne dass sich das Gesamtbild wesentlich öffnet. Die Nase bleibt kühl und technisch, was im Kontrast zur dunkleren Farbe steht.
Geschmack – 87 Punkte
Am Gaumen zeigt der Whisky ein anderes Gesicht. Der erste Eindruck ist auffallend blumig, beinahe parfümiert. Die zuvor wahrgenommene Metallik bleibt erhalten, verändert jedoch ihren Charakter und wirkt nun eher wie der Duft einer blühenden Blume mit mineralischem Unterton.
Das Fruchtkompott ist erneut vorhanden, eng geführt und nicht süß. Der Alkohol tritt deutlich in den Hintergrund und trägt die Aromen unauffällig. Die Textur ist cremig, mit guter Verteilung im Mund. Gegen Ende gewinnt die metallische Note wieder an Gewicht. Die zuvor angedeutete Umami-Würze aus der Nase ist am Gaumen nicht mehr präsent.
Abgang – 86 Punkte
Der Abgang ist kurz, kürzer als die Intensität von Nase und Gaumen erwarten ließe. Zunächst wirkt er mild, bevor der Alkohol kurz auflodert und dann rasch nachlässt. Die mineralisch-metallische Note bleibt erhalten und wird von einem floralen Eindruck begleitet. Zum Ende hin wirkt der Whisky trocken und leicht adstringierend, ohne ausgeprägte Bitterkeit.
Gesamteindruck – 86 Punkte
Türchen 21 ist ein Whisky mit spannendem Kontrast zwischen Nase und Gaumen. Die kühle, technische Nase steht einer blumigen, fast parfümierten Mundphase gegenüber. Die durchgehende mineralische Note hält das Profil zusammen, während der kurze Abgang die Reife klar begrenzt. Kein gefälliger Whisky, aber ein eigenwilliger, der Aufmerksamkeit verlangt.
Blind Guess
Glen Garioch
8 Jahre
53,3 %