Als zweiten Dram genehmige ich mir heute einen 12-Jährigen Springbank aus dem Burgundy Fass, abgefüllt 2016.
Springbank 12 y.o. Burgundy
Einleitung
Der Springbank 12 Jahre Burgundy ist ein Scotch Single Malt aus Campbeltown, destilliert im November 2003 und im Mai 2016 von der Brennerei selbst abgefüllt. Gereift in First Fill Burgundy Barrels und mit 53,5 % abgefüllt, zeigt er sich ungefärbt und ohne Kühlfiltration. Im Glas präsentiert er sich in einem warmen Safranton und begleitet eine Verkostung im Rahmen des fortlaufenden Sampleabbaus.
Geruch – 88 Punkte
Die Nase zeigt sich mit kräftiger Intensität und verbindet salzige sowie umamiartige Eindrücke mit getreidigen Noten, die leicht feucht und pappig wirken. Rauch ist deutlich wahrnehmbar, bleibt jedoch eher begleitend eingebunden. Eine feine Säure trifft auf fruchtige Anklänge, die sich in Richtung Kirsche und Beeren bewegen. Der Alkohol bleibt dabei überraschend zurückhaltend. Eine zarte, fruchtige Kaugumminote blitzt auf, während ein dezenter Holzeindruck das Gesamtbild leise unterlegt.
Geschmack – 87 Punkte
Am Gaumen setzt sofort ein deutliches Prickeln ein, das sich bis auf die Lippen ausbreitet, während der Alkohol klar spürbar bleibt. Salzige und umamiartige Eindrücke sind unmittelbar präsent und verleihen dem Whisky eine leicht maritime Note. Die fruchtigen Komponenten zeigen sich klarer und bewegen sich in Richtung Kirsche, begleitet von würzigen und leicht holzigen Nuancen. Der Rauch tritt kräftiger hervor als erwartet und prägt den Gesamteindruck spürbar mit. Die Textur wirkt cremig, zeigt jedoch eine leichte wässrige Tendenz, während die insgesamt hohe Intensität den Whisky fordernd erscheinen lässt.
Abgang – 88 Punkte
Der Abgang ist lang und trägt die zentralen Eindrücke konsequent weiter. Rauch, salzige und umamiartige Noten sowie die Kirsche bleiben lange erhalten und verweilen präsent, bevor sich zum Ende hin eine zunehmende Trockenheit einstellt, die den Whisky klar ausklingen lässt.
Gesamteindruck – 88 Punkte
Ich empfinde diesen Whisky als sehr spannend im wörtlichen Sinne, da sich zwischen Rauch, umamiartigen und salzigen Eindrücken sowie der präsenten Kirschnote ein spürbares Spannungsfeld aufbaut, das sich durch alle Phasen der Verkostung zieht. Diese Kombination sorgt für einen eigenständigen und intensiven Charakter, der Aufmerksamkeit verlangt und immer wieder neue Akzente setzt. Gleichzeitig wirkt er fordernd und richtet sich klar nicht an Einsteiger, sondern eher an erfahrene Trinker, die sich auf diese besondere Aromenkonstellation einlassen möchten.